Prof. R. Klapdor
Stellungnahme
zur
„Stellungnahme des Hauptausschusses des Wissenschaftlichen Beirates des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP) zur Maly-Meditation“

vorgelegt am 04.05.2022 von Prof. Helmut Friess im Namen des Hauptausschusses des Wiss. Beirats des AdP e.V.

Die „Stellungnahme des Hauptausschusses des Wissenschaftlichen Beirates des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP) zur Maly-Meditation“ von Herrn Prof. Friess findet sich seit dem 04.05.2022 auf der Internet-Seite des AdP e.V., zunächst unter „Aktuelles“, seit kurzem unter „Krebsinfo“; nach Herrn Prof. Friess legt er diese „Stellungnahme“ im Namen des sog. Hauptausschusses des Wiss. Beirats des AdP e.V. vor, dem laut Homepage des AdP e.V. 9 Ärzte (u.a. Prof. Friess, Prof. Poll und Prof. Uhl) und 2 Nicht-Ärztinnen angehören.

Circa eine Woche zuvor hatte ich meine Ausführungen „Nachfragen/ Nachforschungen in den Jahren 2018 bis 2022 zu den angeblichen Heilungen und mehrjährigen Lebenszeit-verlängerungen von Patienten mit Pankreaskarzinomen durch Anwendung der Maly-Meditation“ in das Internet gestellt (vergl. Teil D auf der Seite „Pancreas-ca-info.eu“).

Ich hatte diesen Weg circa 1 Woche vor dem 54. Bundesweiten AdP-Treffen in Halle gewählt, um die Patienten und Mitglieder des AdP e.V. zumindest auf diese Weise korrekt über den bzw. meinen aktuellen Wissensstand über die Frage der von Herrn Maly und Herrn Prof. Uhl seit mehr als 10 Jahren berichteten angeblichen Heilungen und/oder mehrjährigen Verlängerungen der Überlebenszeiten durch Anwendung der Maly-Meditation zu informieren,

  • nachdem seit 2018 zunächst Herr Prof. Poll, seit 2019 Herr Prof. Friess meine Anfragen nach einer ärztlich und wissenschaftlich korrekten Klärung dieser Frage, ob denn Herr Prof. Uhl seine angeblichen Heilungen/Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation auch nachvollziehbar belegen kann, und meine Bitten um anschließende satzungsgemäße ergebnis-basierte Information der Patienten nicht beantwortet hatten – und
  • nachdem Herr Prof. Uhl sich über den gleichen Zeitraum von 4 Jahren meines Wissens nicht bereit gezeigt hat, seine von ihm angeblich beobachteten Heilungen und Lebenszeitverlängerungen, mit denen er seit Jahren für die Anwendung der Maly-Meditation wirbt, nachvollziehbar zu belegen oder – falls dies nicht möglich sein sollte – in angemessener Form zu korrigieren.

Meine nachfolgende Stellungnahme zu der „Stellungnahme“ von Herrn Prof. Friess umfaßt die folgenden Abschnitte:
a) Zu Anfragen an den AdP während der vergangenen Jahre und Monate
b) Zur „Stellungnahme“ von Herrn Prof. Friess
zu Punkt 3
zu Seite 1 und den Punkten 1,2,4
c) Abschließend bleibt festzuhalten

a) Zu Anfragen an den AdP während der vergangenen Jahre und Monate

Laut der „Stellungnahme“ hat es `in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder Anfragen an den AdP zur Maly-Meditation` gegeben, die den Hauptausschuß jetzt zu dieser „Stellungnahme“ veranlaßt haben.

Die Anfragen selbst werden aber nicht genannt. Auch nicht die Anfragen nach der Möglichkeit von Heilungen und Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation, mit denen Herr Prof. Uhl und Herr Maly seit ca. 10 Jahren für den Einsatz der Maly-Meditation bei Patienten mit Pankreaskarzinomen werben.

Da davon ausgegangen werden kann, und dies auch weithin bekannt sein dürfte, daß mit den Anfragen im wesentlichen auch meine Anfragen der vergangenen Jahre und Monate an den AdP Vorstand und die Ärztlichen Leiter Prof. Poll (bis 2019) und Prof. Friess (ab 2019) gemeint sind, erlaube ich mir hiermit in Ergänzung zu meinen „Nachfragen /Nahforschungen in den Jahren 2018 – 2022……“ auf der Seite „Pancreas-ca-info.eu“ die nachfolgenden Ausführungen.

Meine vielfachen schriftlichen, auf vielen Patientengesprächen beruhenden Anfragen an den AdP Vorstand sowie die Ärztlichen Leiter Prof. Poll und Prof. Friess während der vergangenen 4 Jahre beziehen sich – ebenso wie meine direkten Anfragen bei Herrn Prof. Uhl – auf die Frage: kann Herr Prof. Uhl die angeblichen Heilungen und mehrjährigen Lebenszeitverlängerungen, mit denen er seit gut 10 Jahren um Patienten mit Pankreaskarzinomen für den Einsatz der Maly-Meditation wirbt, nachvollziehbar belegen oder nicht? (Z.B. wird Herr Prof. Uhl 2011 zitiert: „Prof. Uhl sagt, dass mehrere seiner Patienten dadurch vom Krebs befreit wurden.“)

Diese Frage ist meines Erachtens die zentrale Frage in der Angelegenheit „Pro vs. Contra Maly-Meditation“ im Hinblick auf einen Einsatz der Maly-Meditation in der Behandlung von Tumorerkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Denn einerseits ist die Werbung mit der Chance auf eine Heilung/Lebenszeitverlängerung durch Einsatz der Maly-Meditation m. E. das angebliche Alleinstellungsmerkmal für die Maly-Meditation im Vergleich zu bereits bekannten anderen meditativen Verfahren. Und andererseits heißt es unter „Entspannungstechniken für Krebspatienten“ der DKG: „Anbieter, die versprechen, dass Entspannungsverfahren die Wirksamkeit einer konventionellen Krebstherapie verbessern oder sie sogar ersetzen können, sind nicht seriös.“

Entsprechend interessierten sich die Patienten in den Gesprächen, die ich geführt habe, nicht so sehr deshalb für die Maly-Meditation, weil sie hofften, dadurch einen „Streßparameter“ zu verbessern, sondern weil sie aufgrund der Werbungen auf Heilungen oder Lebenszeitverlängerungen hoffen oder aber nach Kenntnis dieser Werbungen zumindest unsicher werden, ob sie nicht doch durch den Einsatz dieser „Maly-HeilMeditation“ eine Chance haben, ihr Tumorleiden günstig zu beeinflussen, angeblich bis hin zu mehrjährigen Verlängerungen der Lebenszeit und sogar Tumorfreiheit und Heilungen.

Diese Frage, ob die angeblichen, von Herrn Prof. Uhl berichteten Heilungen und Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation nachvollziehbar belegt sind oder nicht, ist für Mitglieder und Patienten allein anhand der Angaben und Meinungen im Netz und im Internet bis heute nicht zu klären.

  • Zwar schreibt Herr Prof. Friess in seiner „Stellungnahme“ richtig, daß es bisher keine prospektive randomisierte Studie gibt, die die von Herrn Prof. Uhl und Herrn Maly behauptete Wirksamkeit in großen wissenschaftlichen Studien nachvollziehbar bestätigt (Punkt 1/2 auf Seite 2 seiner „Stellungnahme“).

  • Zwar schreibt Herr Prof. Friess jetzt auch richtig, daß auch die Studie von Frau Prof. Meissner an 20 Patienten, die nach Herrn Prof. Friess bisher einzige wissenschaftliche Studie zu dieser Frage, keinen Nachweis für eine Verlängerung der Überlebenszeit durch Anwendung der Maly-Meditation erbracht hat (Punkt 2 auf Seite 2 der „Stellungnahme“), nachdem er sich über die vorangegangenen 3 Jahre geweigert hatte, diese Information den Patienten und Mitgliedern mitzuteilen.

  • Zwar warnen Experten und Fachgesellschaften die Patienten vor Therapeuten, die mit Heilungen und Lebenszeitverlängerungen z.B. für den Einsatz meditativer Verfahren werben, solange diese Therapeuten keine nachvollziehbaren Belege für ihre angeblichen Erfolge vorlegen bzw. vorgelegt haben. (Siehe auch unter „Nachfragen/ Nachforschungen in den Jahren 2018 bis 2022 zu den angeblichen Heilungen und mehrjährigen Lebenszeit-verlängerungen von Patienten mit Pankreaskarzinomen durch Anwendung der Maly-Meditation“ = Teil D auf der Seite „Pancreas-ca-info.eu“). (Leider erwähnt Herr Prof. Friess in seiner „Stellungnahme“ auch die Meinung dieser Experten und Fachkliniken/Fachgesellschaften nicht).

  • Auch gibt es im Netz und in den Medien schon vor 10 Jahren Diskussionen um Unseriosität und auch Scharlatanerie im Hinblick auf die angeblichen Heilungen/Überlebenszeitverlängerungen der Herren Maly und Prof. Uhl, die Herr Prof. Uhl meines Wissens nicht durch Vorlage seiner Unterlagen entkräftet hat. (Auch diesen Punkt erwähnt Herr Prof. Friess in seiner „Stellungnahme“ nicht.)

  • Aber im Gegensatz hierzu werben die Herren Maly und Prof Uhl, beide Mitglieder im AdP e.V., seit gut 10 Jahren mit angeblich selbst gesehenen Heilungen und Lebenszeitverlängerungen bei Patienten mit Pankreaskarzinomen für die Anwendung der Maly-Meditation. Und da Herr Prof. Uhl auch als Ordinarius und Chefarzt einer Chirurgischen Universitätsklinik mit angeschlossenem sog. zertifizierten Pankreaszentrum sowie laut Homepage des AdP e.V. auch als Mitglied des Hauptausschusses des AdP e.V. in diesem Sinne für die Maly-Meditation wirbt, so sagte ein Patient, müsse doch auch etwas an diesen seinen Äußerungen dran sein.

    Auf kritische Nachfragen hat Herr Prof. Uhl meines Wissens bisher nicht geantwortet. Er hat meines Wissens bis heute keinen nachvollziehbaren Nachweis für die von ihm angeblich beobachteten Heilungen und Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation vorgelegt und auf entsprechende Anfragen nicht geantwortet. Auch hat Herr Prof. Uhl bis heute – wenigstens soweit ich informiert bin – die Einsicht in seine Unterlagen/ Ergebnisse verweigert und auch bis heute diese seine das Interesse der Patienten durchaus weckenden Ergebnisse nicht durch neutrale Dritte oder Gutachter beurteilen lassen (Auch diese Punkte erwähnt Herr Prof. Friess in seiner „Stellungnahme“ mit keinem Wort).

Angesichts dieser Situation ist es zu verstehen, daß in den vergangenen 4 Jahren, angestoßen im März 2018 durch eine AdP-Veranstaltung mit den Herren Maly und Prof. Uhl mit dem Titel „Das Pankreaskarzinom – von der Chirurgie bis zur Heilmeditation – Neue Therapien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs“ versucht wurde, über Anfragen beim Vorstand des AdP e.V. in dieser Frage weiterzukommen, um sich in dem Gestrüpp der Beurteilungen der Werbungen Herrn Prof. Uhls für die Maly-Meditation mit Heilungen und auch mehrjährigen Lebenszeitverlängerungen schnell und korrekt zurecht zu finden.

Wird den Mitgliedern und Patienten doch in der Satzung des AdP e.V. zugesagt, daß sie auf eine ergebnis-basierte Information und Beratung durch den AdP e.V. hoffen können, und wird ihnen doch auf den Tagungen immer wieder angeboten, sich mit Fragen auch an den Vorstand zu wenden, der diese dann klärt bzw. durch seine Gremien klären läßt.

Eine Klärung bzw. eine Hilfe scheint einem neutralen Dritten auch zeitnah und problemlos möglich, z.B. dadurch,

  • daß Herr Prof. Friess auf entsprechende Anfragen, auch z.B. im Interesse seiner eigenen Patienten an der Universität München, seinen Hauptausschußkollegen im AdP e.V. Herrn Prof. Uhl darum bittet, die relevanten Unterlagen offen zu legen, und/oder dadurch
  • daß Herr Prof. Uhl sich selbst auf entsprechende Anfragen hin bereit erklärt, seine Unterlagen z.B. neutralen Dritten, neutralen Gutachtern oder den wiss. Gremien des AdP e.V. vorzulegen, damit diese auf der Basis ihrer ärztlichen und wissenschaftlichen Standards eine Erklärung, sozusagen als eine Art `Zweitmeinung`, abgeben, ob sie den Aussagen Herrn Prof. Uhls folgen können oder aber ob sie Herrn Prof. Uhl vorschlagen müssen, seine Interpretationen zu korrigieren.

Ein derartiges Vorgehen wäre auch nichts Ungewöhnliches oder Ehrenrühriges. Denn Diskussionen über Ergebnisse und Methoden gehören eigentlich zum Alltag wissenschaft-lichen Arbeitens. Und unterschiedliche Interpretationen bzw. Wertungen sind ja auch schon in Sachen `Heilungen/Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation` vorgekommen. (siehe auch unter PS, Punkt 2).

b) Zur „Stellungnahme“ von Herrn Prof. Friess:

Auch die jetzige „Stellungnahme“ von Herrn Prof. Friess im Namen des Hauptausschusses und damit auch wohl im Namen des Mitglieds Prof. Uhl hilft den Patienten und den sie betreuenden Ärzten und Onkologen in diesem für die Patienten so wichtigen Punkt aber leider nicht weiter.

Herr Prof. Friess setzt den Weg seines Vorgängers Prof. Poll fort. Keine direkte Antwort bzw. Stellungnahme zu Anfragen bezüglich der von den Herren Maly und Prof. Uhl berichteten angeblichen Heilungen und Lebenszeitverlängerungen. Die Frage, ob Herr Prof. Uhl seine Wunderheilungen etc. nachvollziehbar, d.h. wissenschaftlich und ärztlich belegen kann, wird nicht gestellt, nicht erörtert, obwohl Herr Prof. Uhl und Herr Maly zur Zeit auch auf der Homepage, im Netz und in den Medien mit Heilungen/Lebenszeitverlängerungen für die Maly-Meditation weiter werben bzw. für sich werben lassen. Es findet sich kein Hinweis, ob Herr Prof. Friess überhaupt bzw. mit welchem Ergebnis er nach den Unterlagen bei Herrn Prof. Uhl nachgefragt, diese eingesehen oder auch ausgewertet hat.

Zum Punkt 3) dieser Stellungnahme

Stattdessen informiert Herr Prof. Friess unter diesem „Punkt 3“ seiner „Stellungnahme“ in folgender Weise:

3) Berichtete Einzelfälle von Verbesserungen des Krankheitsverlaufes bei Patienten mit Pankreaskarzinomen lassen sich der Maly-Meditation nicht unbedingt direkt zuordnen, da bei diesen Patienten meist auch eine Kombination von wissenschaftlich etablierten Therapien (z.B. Operation, Chemotherapie, Bestrahlungstherapie, etc.) Anwendung gefunden hat.“

Dieser Passus gibt keine direkte Antwort auf die zahlreichen direkten Anfragen an den AdP e.V. der vergangenen Jahre, ob die angeblichen, von Herrn Prof. Uhl und Herrn Maly berichteten Heilungen und Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation unter Anlegung ärztlicher und wissenschaftlicher Kriterien nachvollziehbar sind. Die Frage bzw. die Chance der Möglichkeit einer Heilung oder Lebenszeitverlängerung durch Einsatz der Maly-Mediation, mit der Herr Prof. Uhl und Herr Maly seit ca. 10 Jahren werben, wird noch nicht einmal angesprochen.

Die „Stellungnahme“ spricht nur von „Einzelfällen von Verbesserungen des Krankheitsverlaufes“, ohne erkennen zu lassen, ob mit „Einzelfällen von Verbesserungen des Krankheitsverlaufes“ Verbesserungen der Lebensqualität oder aber Verbesserungen der Überlebenszeit/Prognose des Tumorleidens gemeint sind, oder aber ob Verbesserungen der Lebensqualität und der Prognose unter „Verbesserungen des Krankheitsverlaufes“ zusammenfaßt werden.

Auch bezüglich der Bewertung der „berichteten Einzelfälle“ läßt dieser Passus alle Möglichkeiten offen.

Möglicherweise soll dieser Passus „nicht unbedingt direkt zuordnen, da bei diesen Patienten meist auch eine Kombination von ….. Therapien (z.B. Operation, Chemotherapie….) Anwendung gefunden haben“ umschreiben, daß eine nachvollziehbare Zuordnung der „Einzelfälle von Verbesserungen des Krankheitsverlaufes“ zur Maly-Meditation allgemein bisher nicht möglich war, und damit auch nicht für die von Herrn Prof. Uhl berichteten angeblichen Heilungen und Lebenszeitverlängerungen.

Aber andererseits schließt diese Formulierung nicht aus, daß in Einzelfällen doch Verbesserungen des Krankheitsbildes durch Anwendung der Maly-Meditation möglich gewesen sind – eben nur „nicht unbedingt direkt zuzuordnen“. Faktoren, die die Möglichkeiten erschweren könnten, Wirkungen einer Maly-Meditation einer jeweiligen Anwendung der Maly-Meditation zuzuordnen, wären neben gleichzeitigen Operationen oder Chemotherapien auch z.B. ungenügende Dokumentation der Abläufe, oder z.B. Probleme infolge einer evtl. auch prospektiven vorsätzlichen Nicht-Berücksichtigung von Parametern des Krankheitsverlaufes, die für eine nähere Zuordnung einer Wirkung zu einer Behandlungsmaßnahme erforderlich wären (wie z.B. im Rahmen der wissenschaftlichen Studie von Frau Prof. Meissner).

Auch schließt dieser Passus nicht die Möglichkeit von indirekten Wirkungen einer therapeutischen Maßnahme aus, die einen zusätzlichen Einsatz zusätzlich zu etablierten Standardtherapien rechtfertigen könnten, wenn deren grundsätzliche Wirksamkeit schon einmal nachgewiesen wurde. Einmal wird die Möglichkeit indirekter Wirkungen in dieser Stellungnahme nicht erwähnt bzw. diskutiert. Zum anderen wird auch nicht z.B. auf den schon genannten Passus hingewiesen: „Anbieter, die versprechen, dass Entspannungsverfahren die Wirksamkeit einer konventionellen Krebstherapie verbessern oder sie sogar ersetzen können, sind nicht seriös.“

Angesichts dieser vagen und vieldeutigen Ausführungen stellt sich die Frage, warum Herr Prof. Friess und die Ärzte des Hauptausschusses des wiss. Beirats des AdP e.V. ihre Ausführungen nicht an einer Bewertung der in ihrem eigenen Kreise „berichteten Einzelfälle“, z.B. ihres Mitglieds Herrn Prof. Uhl, orientieren, der bekanntlich seit gut 10 Jahren mit selbst beobachteten, und damit wohl auch als angeblich von ihm nachgewiesen angesehenen Heilungen und mehrjährigen Lebenszeitverlängerungen für die Maly-Meditation wirbt (auch auf Veranstaltungen des AdP e.V., wie z.B. auch auf dem AdP-Regionaltreffen Anfang 2018 in Hamburg-Harburg („Das Pankreaskarzinom – von der Chirurgie bis zur Heilmeditation – Neue Therapien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs“) ).

Oder basiert die Bewertung „nicht unbedingt direkt zuzuordnen“ bereits auf einer Analyse dieser von Herrn Prof. Uhl und Herrn Maly auch heute noch im Netz und in den Medien als Fakten ausgegebenen Einzelfälle?

Eigentlich hätte es sich doch geradezu angeboten, daß die Ärzte des Hauptausschusses diese „Stellungnahme“ – allein auch schon im Interesse ihrer eigenen Patienten – nutzen, um die bereits zitierte Bewertung von Experten und Krebsgesellschaften bzw. Fachkliniken („Anbieter, die versprechen, dass Entspannungs-verfahren die Wirksamkeit einer konventionellen Krebstherapie verbessern oder sie sogar ersetzen können, sind nicht seriös.“) an Hand der von ihrem Mitglied Herrn Prof. Uhl berichteten angeblichen Heilungen/Lebenszeitverlängerungen im Interesse aller Leser und Patienten des AdP e.V. z.B. durch Vorlage der Unterlagen Herrn Prof. Uhls zu widerlegen.

Daran könnte doch allen Ärzten nur gelegen sein. Nicht nur im Interesse ihrer Patienten, sondern doch auch deswegen, weil ein Arzt, der mit angeblich herausragenden Ergebnissen einschließlich sog. „Wunderheilungen“ über Jahre für eine Behandlung wirbt oder sich mit diesen angeblichen Erfolgen zitieren läßt, ohne – trotz mehrfacher Bitten – seine Unterlagen anderen Ärzten und Wissenschaftlern zur Diskussion zu überlassen oder vorzulegen, durchaus in Diskussionen geraten kann, ob nicht für ihn das zutrifft, was bereits zuvor zitiert wurde: „Anbieter, die versprechen, dass Entspannungsverfahren die Wirksamkeit einer konventionellen Krebstherapie verbessern oder sie sogar ersetzen können, sind nicht seriös.“

Die Ausführungen auf S. 1 sowie unter den Punkten 1, 2 und 4 auf Seite 2 der Stellungnahme

sind eigentlich nichts anderes als unkritisch übernommene „Pro“- Zitate/Allgemeinplätze, wie

  • das Zitieren von Aussagen Herrn Malys zu Zielen und Erfolgen seiner Maly-Meditation (Seite 1 der „Stellungnahme“),
  • die Übernahme der Forderung in der von Frau Prof. Meissner betreuten Dissertationsschrift in der Weise, „daß die Ergebnisse dieser explorativen prospektiven Studie zur Maly-Meditation aber durchaus interessant sind und in einer größer angelegten und dann auch randomisierten Studie (Vergleich der Behandlungen mit und ohne Maly-Meditation) beim Pankreaskarzinom untersucht werden“ sollten (Punkt2 auf Seite 2 der „Stellungnahme),
  • die Schlußfolgerung aus der unter Leitung von Frau Prof. Meissner erstellten Dissertationsarbeit in dem Sinne, daß auch diese Promotionsarbeit “letztendlich“ „erneut darstellt“, daß „die zusätzliche Zuwendung in der Begleitung schwer kranker Patienten mit der Diagnose eines fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms immens wichtig für die subjektive Empfindung und Krankheitsverarbeitung ist“ (Punkt 4 der „Stellungnahme“ ),
  • der Passus: „Auch bei Patienten mit Pankreaserkrankungen, insbesondere beim Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) hat die Maly-Meditation eine größere Anwendung gefunden….“ (Punkt 4 auf Seite 2 der „Stellungnahme“), oder wie
  • der Passus „Eine Maly-Meditation kann aber aus unserer Sicht als zusätzliche Maßnahme im Rahmen einer komplementärmedizinischen Behandlung Anwendung finden“ (Punkt 4, erster Satz, der „Stellungnahme“) –

jeweils ohne auch nur ansatzweise kritisch z.B. auf die von Herrn Maly postulierte Stimulierung der „Selbstheilungskräfte“ durch die Maly-Meditation einzugehen (z.B. wann und wo für die Maly-Meditation bewiesen), ohne die „interessanten Ergebnisse“ zu benennen, ohne die „immense Wichtigkeit“ durch Belege oder entsprechende Hinweise zu untermauern, ohne die „größere Anwendung“ zu belegen, ohne auch nur ansatzweise kritische Stimmen zu erwähnen, wie „Anbieter, die versprechen, dass Entspannungsverfahren die Wirksamkeit einer konventionellen Krebstherapie verbessern oder sie sogar ersetzen können, sind nicht seriös.“ Und

  • ohne zu belegen, ob die Maly-Meditation zur Zeit überhaupt eine wesentliche Voraussetzung für einen klinischen Einsatz erfüllt, nämlich die, daß die Maly-Meditation als angeblich neue komplementär-medizinische Maßnahme zumindest gleichgute oder aber bessere Ergebnisse erbringt als andere, bereits länger bekannte bzw. praktizierte meditative Verfahren

Diese Frage ist mehr als berechtigt,

  • da bereits bekannte Meditations-Therapien als zusätzliche Behandlung von Ängsten etc. als
  • wirksam anerkannt sind. Die Maly-Meditation hatte dagegen in der bisher einzigen Studie zur Maly-Meditation, der Studie von Frau Prof. Meissner, keinen Effekt auf die Angstsymptomatik gezeigt. Und

  • da unter einer Mehrzahl von Therapieangeboten einer Therapieentität natürlich das Verfahren angewendet und eingesetzt werden sollte, das als das wirksamste gilt -insbesondere bei Tumorpatienten, bei denen die zu erwartende Überlebenszeit nicht immer die Möglichkeit bieten dürfte, die verschiedenen Meditationsverfahren nacheinander auszuprobieren, bis man schließlich eine wirksame oder die wirksamste Variante der angebotenen Meditationsverfahren gefunden hat.

In diesem „Pro“ – Sinne ist m.E. auch
der letzte Absatz auf Seite 2 der „Stellungnahme“ zu werten. Hier hält die „Stellungnahme“ fest:

„An dieser Stelle möchten wir zudem mit Nachdruck klarstellen, dass die
Maly-Meditation keine nachteiligen Effekte hat, aber definitiv keine Alternative zu einer wissenschaftlich etablierten, onkologischen Therapie (Schulmedizin) darstellt, um bösartige Tumore, wie das Pankreaskarzinom, zu behandeln.“(Fettdruck wie im Original der „Stellungnahme“).

Einmal gibt es meines Wissens bisher keine Studie, die bewiesen hat, daß die Maly-Meditation keine nachteiligen Effekte hat, ebenso wie es bisher keine Studie gibt, die vom Design, von der Methodik und der Auswertung her direkte oder indirekte positive Effekte auf die Lebensqualität bzw. das Überleben der Maly-Meditation sicher zuordnen läßt. Es gibt aber durchaus Hinweise, daß komplementärmedizinische Verfahren zumindest bei unkritischer Anwendung und ungerechtfertigter Gutgläubigkeit dem Patienten schaden bzw. wohl auch seine Überlebenszeit verkürzen können. Und eine mit Heilungen und Lebensverlängerungen als angeblich effizient beworbene, aber bisher meines Wissens bei keinem einzigen Patienten als wirksam nachgewiesene Tumor-Therapie kann durchaus verschiedene nachteilige Effekte für einen Patienten bedeuten. Ich darf hier noch einmal auf meine Ausführungen unter Anlage D auf meiner Seite „pancreas-ca-info.eu“ verweisen: „Nachfragen/ Nachforschungen in den Jahren 2018 bis 2022 zu den angeblichen Heilungen und mehrjährigen Lebenszeitverlängerungen von Patienten mit Pankreaskarzinomen durch Anwendung der Maly-Meditation“.

Zum anderen schließt diese Formulierung, daß „die Maly-Meditation keine Alternative zu einer wissenschaftlich etablierten onkologischen Therapie darstellt“, nicht aus, daß eine Therapie in Einzelfällen als Zusatz zu einer als Standard etablierten Therapie eingesetzt werden und auch Wirksamkeit zeigen kann – wenn es denn nachgewiesen ist, daß diese Zusatztherapie zumindest in Einzelfällen nicht nur angeblich, sondern auch nachvollziehbar, durch Belege bestätigt, bei Patienten schon einmal wirksam gewesen ist.

c) Abschließend bleibt daher festzuhalten:

Es stellt sich die Frage, ob die jetzige „Stellungnahme“ – wie auf Seite 2 oben durch Fettdruck hervorgehoben – eine „objektive“ Stellungnahme im Interesse der Mitglieder und Tumorpatienten des AdP e.V. darstellt, oder ob sie möglicherweise nichts anderes ist als eine von ärztlicher und wissenschaftlicher Seite evtl. sogar fragwürdige Instrumentalisierung des AdP e.V. sowohl für eine Werbung für die Maly-Meditation im allgemeinen als auch für die bekannten Werbungen für die Maly-Meditation mit der Chance auf wie auch immer „zuzuordnende“ Heilungen und Lebenszeitverlängerungen durch Einsatz der Maly-Meditation.

Solange nicht die Unterlagen im Falle angeblicher Heilungen/Lebenszeitverlängerungen vorlegt werden und solange neutrale Dritte nicht die berichteten angeblichen Heilungen und mehrjährigen Lebenszeitverlängerungen von Patienten mit Pankreaskarzinomen durch Einsatz der Maly-Meditation bestätigen, gibt es meines Erachtens derzeit keine Berechtigung, mit angeblichen Heilungen und auch angeblichen mehrjährigen Lebenszeitverlängerungen oder deren Möglichkeiten durch den Einsatz der Maly-Meditation um Patienten mit Pankreaskarzinomen zu werben, weder als Alternative noch als Ergänzung zu aktuellen, bereits wissenschaftlich etablierten „Standard“Therapien.

Die „Stellungnahme“ hätte vielmehr – anstelle der die eigentliche Kernfrage aussparenden und anstelle der ansonsten unkritischen Zitate und Ausführungen zur Maly-Meditation – in wenigen Sätzen sachlich und korrekt über den aktuellen Sachstand z.B. in dem nachfolgenden Sinne informieren sollen:

  1. Dem AdP e.V. ist kein an Hand von Belegen nachvollziehbarer Nachweis bekannt (x), daß die Anwendung der Maly-Meditation zu einer Heilung, Lebenszeitverlängerung oder Tumorfreiheit bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom geführt oder dazu beigetragen hat. Gleiches gilt bekanntlich auch für andere meditative Verfahren.
    ( (x) wenigstens soweit mir bekannt ist)

  2. Es gibt bisher auch keine Studien bzw. keine Daten, die nachvollziehbar belegen, daß die Maly-Meditation besonders geeignet ist für eine Heilung, Lebenszeitverlängerung oder Tumorfreiheit von Patienten mit Pankreaskarzinomen. Es gibt auch keine Studien, die zeigen, daß die Maly-Meditation nicht auch – z.B. bei unkritischer Anwendung oder bei evtl. unberechtigtem Glauben an deren Wirkung – schaden kann.

  3. Experten und Fachgesellschaften warnen unverändert seit Jahren vor Therapeuten, die mit Heilungen und Lebenszeitverlängerungen für den Einsatz meditativer Verfahren werben, solange diese Therapeuten keine nachvollziehbaren Belege für ihre angeblichen Erfolge vorlegen bzw. vorgelegt haben.

  4. Bereits seit ca.10 Jahren finden sich Beiträge im Netz, die im Falle der Herren Maly und Prof. Uhl von Unseriosität und Scharlatanerie reden, ohne daß meines Wissens diesen Vorwürfen durch Vorlage entsprechender Unterlagen widersprochen wurde.

Oder die „Stellungnahme“ hätte – wenn es denn so sein sollte – die Patienten und Mitglieder einfach objektiv darüber informieren sollen, daß sog. Zweitgutachtern keine Einsicht in die Unterlagen der Patienten gewährt wurde, bei denen die Maly-Meditation angeblich zu Heilungen oder auch Lebenszeitverlängerungen geführt hat bzw. geführt haben soll.

Die Möglichkeit, durch Einsatz der Maly-Meditation einzelne Parameter der Lebensqualität bei Patienten mit Pankreaskarzinomen, wenn sie sich derartigen Behandlungsverfahren öffnen können, zumindest vorübergehend zu verbessern, evtl. auch bei dem einen oder anderen Patienten insgesamt die Lebensqualität, sei an dieser Stelle nicht bestritten; eine Studie, die die Maly-Meditation im Vergleich zu anderen meditativen Verfahren als besonders geeignet nachweist, gibt es allerdings bis heute ebenso wenig, wie eine Studie, die zeigt, daß die Maly-Meditation gleichgute Ergebnisse wie andere meditative Verfahren ergeben hat, ebenso wie es keine Studie gibt, die nachweist, daß Glaube in und Anwendung der Maly-Meditation nicht auch einmal schaden können.

Abschließend möchte ich darüber hinaus betonen, daß ich mich angesichts meiner langjährigen Tätigkeit in der Beratung und Betreuung von Patienten mit Pankreaskarzinomen freuen würde, wenn es gelänge, nachvollziehbar zu zeigen, daß durch eine Meditation die Heilung oder/und die Lebenszeit dieser Patienten zusätzlich zu etablierten Verfahren günstig beeinflußt werden kann.

Ich wäre daher auch jederzeit bereit, meine Ausführungen zu korrigieren, wenn z.B. Herr Prof. Uhl bereit ist, Unterlagen vorzulegen, die seine angeblichen Heilungen und Lebenszeit-verlängerungen nachvollziehbar belegen.

Ich wünsche mir, daß diese meine „Stellungnahme“ dem Leser und Patienten eine Hilfe sein kann, sich ein objektives Bild von der „Stellungnahme“ von Herrn Prof. Fries zu bilden, die nach Angaben von Herrn Prof. Friess im Namen des Hauptausschusses des Wiss. Beirats des AdP e.V. geschrieben wurde und damit auch im Namen von Herrn Prof. Uhl als Mitglied dieses Hauptausschusses.

Prof. R. Klapdor 10.06.2022

PS)

  1. Zur Information: Gleichzeitig habe ich Herrn Prof. Friess angeschrieben und ihn um eine zeitnahe Antwort auf Fragen zu seiner „Stellungnahme“ gebeten. Ich werde nach Erhalt seiner Antwort darauf zurückkommen.

  2. Beispiele für unterschiedliche Wertungen und Interpretationen von Ergebnissen am Beispiel von Ergebnissen zur Maly-Meditation.

    Die Studie bei der LMU über die Maly-Meditation belegt eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und Lebenserwartung und auch Lebensverlängerung bei der Kombination von Psychoonkologischer Begleitung, Maly-Meditation und Medizinischer Therapie.“

    Später hat Herr Maly – zeitlich nach drängenden Nachfragen neutraler Dritter – die „deutliche Verbesserung der Lebenserwartung und auch Lebensverlängerung“ ersatzlos heraus-genommen und den Passus geändert in:

    Die LMU-Studie zur Maly-Meditation bei Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeichel-drüsenkrebs hat gezeigt, dass die regelmäßige Praxis der Maly-Meditation zusätzlich zur konventionellen medizinischen Therapie sehr gut angenommen wurde und mit einer Verbesserung der Lebensqualität assoziiert war.“

    Aber auch dieser geänderten Fassung ist m.E. nicht zuzustimmen.

    Denn die Ergebnisse in der Dissertationsschrift:

    rechtfertigen meines Erachtens nicht eine derart pauschale Werbung, daß die Maly-Meditation „mit einer Verbesserung der Lebensqualität assoziiert war“ – auch wenn auch Frau Prof. Meissner auf meine schriftliche Nachfrage in dem Sinne geantwortet hat, daß sie es für korrekt hält, daß Herr Maly diese pauschale Information gewählt hat, anstatt die Patienten differenzierter zu informieren.

    Es ist eine neue integrative Methode, die deutliche Verbesserungen der Lebensqualität und sogar Heilerfolge bei Menschen, die als unheilbar krank oder austherapiert galten, bewirkt hat.“ Ende 2019 wegen dieses Passus ersatzlos aus dem Verkehr gezogen.